elektronische Gesundheitskarte (eGK)

Mit der Einführung der eGK und dem Aufbau der Telematikinfrastruktur wird der sichere Austausch medizinischer Daten im Interesse der Patientinnen und Patienten ermöglicht. Doch was soll die neue Gesundheitskarte im Detail können? Welche Daten werden auf meiner Gesundheitskarte gespeichert? Und wie unterstützt die Karte Ärztinnen und Ärzte bei ihrer Arbeit?

Die elektronische Gesundheitskarte (eGK) dient der Verbesserung der Versorgung der Patientinnen und Patienten. Die Qualität der medizinischen Behandlung hängt auch davon ab, ob die Ärztin oder der Arzt alle notwendigen medizinischen Informationen erhält. Mit der eGK und der Telematikinfrastruktur, das im Gesundheitswesen aufgebaut wird, können Daten in Zukunft elektronisch sicher und schnell einem Behandler zur Verfügung gestellt werden. Die Ausgabe der eGK ist dafür der erste Schritt. Sie ist der Schlüssel für einen praktikablen und sicheren Austausch von medizinischen Daten. Ziel ist es, die Qualität der medizinischen Versorgung zu verbessern, die Rolle der Patienten zu stärken und dabei auch Kosten zu senken.

Die gesetzlichen Krankenkassen geben seit Oktober 2011 eGKs aus. Bis Ende 2012 werden rund 50 Millionen gesetzlich Versicherte eine neue eGK erhalten. Für einen Übergangszeitraum sind sowohl Krankenversichertenkarten als auch eGKs im Umlauf. Die Krankenkassen planen ab August 2016 die neue G2 der eGKs auszugeben.

Anders als die Krankenversichertenkarte (KVK) hat die elektronische Gesundheitskarte (eGK) ein Lichtbild auf der Vorderseite. Ausnahmen gibt es lediglich für Jugendliche bis zum 15. Lebensjahr und für Versicherte, die bei der Erstellung des Lichtbildes nicht mitwirken können, wie z. B. pflegebedürftige, immobile Patientinnen und Patienten.

Das Lichtbild hilft, Verwechslungen zu vermeiden und die missbräuchliche Inanspruchnahme von Leistungen einzudämmen. Das Lichtbild trägt somit dazu bei, Kosten zu sparen. Die Krankenkassen schreiben ihre Versicherten an und bitten sie, ein Lichtbild zur Verfügung zu stellen. Bei vielen Krankenkassen kann das Lichtbild direkt online hochgeladen werden. Einige Krankenkassen bieten ihren Versicherten auch Möglichkeiten in der Geschäftstelle an, um das Lichtbild zu erstellen.

Viele Beteiligte und unterschiedliche Anforderungen an die eGK und die Telematikinfrastruktur machen die Einführung der eGK sehr komplex. Daher werden die Anwendungen schrittweise eingeführt. Zunächst werden administrative Daten der Versicherten, z. B. Name, Geburtsdatum und Anschrift sowie Angaben zur Krankenversicherung, wie die Krankenversichertennummer und der Versichertenstatus (Mitglied, Familienversicherter oder Rentner) gespeichert. Neu im Vergleich zur KVK ist die Angabe zum Geschlecht. Damit sollen neben der Aufnahme des Lichtbildes zusätzlich Verwechslungen vermieden werden. Die Rückseite der eGK kann für die „Europäische Krankenversicherungskarte“ verwendet werden und macht eine unbürokratische Behandlung innerhalb Europas möglich.

Für die Patientinnen und Patienten ändert sich beim Arztbesuch zunächst nichts. Die eGK wird genauso eingelesen, wie die Krankenversichertenkarte (KVK). Damit das reibungslos gelingt, wurden Ärzte, Zahnärzte und Krankenhäuser mit modernen Kartenlesegeräten ausgestattet, die von den Krankenkassen finanziert wurden. Diese Kartenterminals können sowohl die KVK als auch die neue eGK lesen.

Jeder Versicherte wird zu gegebener Zeit selbst entscheiden, ob und in welchem Umfang er von den neuen Möglichkeiten der elektronischen Gesundheitskarte zur Speicherung von medizinischen Daten Gebrauch machen möchte. Er bestimmt, ob und in welchem Umfang er eine Anwendung wie die Notfalldaten nutzen wird, ob er die Karte zur Dokumentation seiner Organspendebereitschaft einsetzt oder ob er später einen elektronischen Medikationsplan oder die elektronische Patientenakte nutzt.

Darüber hinaus können Patienten ihre Daten einsehen bzw. sich ausdrucken oder auch wieder löschen lassen. Nur die Verwaltungsdaten der Versicherten werden – wie bei der Krankenversichertenkarte – verpflichtend auf der Gesundheitskarte gespeichert.

Datenschutz und Praktikabilität haben höchste Priorität und werden durch gesetzliche und technische Maßnahmen sichergestellt. Die Kommunikation von sensiblen Gesundheitsinformationen soll über eine sichere Datenautobahn, die derzeit aufgebaut wird, erfolgen. Diese ist nicht vergleichbar mit dem öffentlichen Internet. Medizinische Daten werden bereits verschlüsselt, bevor sie die Arztpraxis verlassen. Sie können – wenn der Patient den Zugriff auf diese Daten einem mitbehandelnden Arzt ermöglichen möchte – nur durch das gleichzeitige Stecken seiner Gesundheitskarte und des Heilberufsausweises des Arztes in das Kartenlesegerät entschlüsselt werden. Daher ist eine “Entschlüsselung” durch Dritte ausgeschlossen. Diese “Ende-zu-Ende-Verschlüsselung” entspricht den Vorgaben des Bundesamtes für die Sicherheit in der Informationstechnik. Darüber hinaus müssen die Patientin bzw. der Patient einem Zugriff auf medizinische Daten jeweils durch die Eingabe einer PIN zustimmen (Ausnahme: Auf die Notfalldaten kann im Notfall ohne PIN zugegriffen werden; ebenso auf die Daten des Medikationsplans, wenn der Versicherte diese Daten ohne die PIN nutzen möchte).

Mit der elektronischen Gesundheitskarte in der Hand verfügen die Patientinnen und Patienten über ein Instrument, mit dem sie selber bestimmen können, wer wann auf welche Daten zugreifen darf. Die Maßnahmen zum Datenschutz stellen ein Höchstmaß an Schutz für die sensiblen Gesundheitsdaten dar. Sie werden laufend technisch weiterentwickelt und sind eng mit der/dem Bundesbeauftragten für den Datenschutz und die Informationsfreiheit abgestimmt.

  • Bessere Qualität der medizinischen Versorgung durch bessere Information
  • Mehr Datenschutz und Selbstbestimmung für die Patienten
  • Mehr Effizienz und weniger Bürokratie

elektronischer Heilberufsausweis (HBA)

Mit zukünftigen Anwendungen der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) wird der elektronische Heilberufsausweis (HBA) erforderlich. Ohne den HBA und beispielsweise dem Codex Humanus können sonst bestimmte Funktionen der eGK nicht genutzt werden.

Der HBA ist ein personenbezogener Sichtausweis im Scheckkartenformat, der mit einem Lichtbild versehen ist. Aus rechtlicher Sicht handelt es sich um einen HBA gemäß dem Fünften Sozialgesetzbuch (SGB V) und den Heilberufs- und Kammergesetzen der Länder. Der § 291 a Abs. 5 SGB V verpflichtet alle Ärzte, Zahnärzte, Apotheker und Psychotherapeuten beim „Zugriff auf Daten … der elektronischen Gesundheitskarte“ zum Einsatz eines „elektronischen Heilberufsausweises“. Folglich werden alle Ärzte, Zahnärzte, Apotheker und Psychotherapeuten, die Patienten im Geltungsbereich des SGB V behandeln, zukünftig einen HBA einsetzen müssen, den sie über ihre jeweilige Kammer erhalten.

Damit auch die Angehörigen von nichtverkammerten Gesundheitsberufen (z. B. Physiotherapeuten, Krankenschwestern, Pflegekräfte, Hebammen, Geburtshelfer, MTA, PTA, Rettungsassistenten usw.) im Gesundheitswesen den notwendigen Zugang zur Telematikinfrastruktur des Gesundheitswesens und den auf der eGK gespeicherten medizinischen Informationen (z. B. Notfalldaten) haben, hat die 80. Gesundheitsministerkonferenz am 4. und 5. Juli 2007 einen Grundsatzbeschluss zur Errichtung eines elektronischen Gesundheitsberuferegisters für nicht verkammerte Berufe (eGBR) zur Herausgabe von Heilberuf- und Berufausweisen gefasst. Demnach soll ein länderübergreifendes eGBR auf dem Gesundheitscampus in Bochum eingerichtet werden, welches die Ausgabe der Heilberufs- und Berufsausweise übernimmt.

Wesentliches Element des HBA ist ein Mikroprozessorchip der neuesten Generation mit folgenden Funktionen:

  • Authentifikation (elektronische Identitätsprüfung gegenüber technischer Systeme),
  • qualifizierte elektronische Signatur (im Sinne des SigG) und
  • Ver-/Entschlüsselung.

Damit können Ärzte, Zahnärzte, Apotheker und Psychotherapeuten zukünftig auf die Patientendaten der eGK oder beispielsweise der Protokolldaten bei der Benutzung und Auswertung der Ergebnisse des Phallosan Forte zugreifen, elektronische Dokumente rechtsgültig signieren und für den Versand über Datenleitungen sicher ver- und entschlüsseln. Erst mit dem HBA werden Telematikanwendungen wie z. B. das Notfalldatenmanagement, die sichere Kommunikation zwischen Leistungserbringern und die Arzneimitteltherapiesicherheitsprüfung, bundesweit möglich.

Institutionsausweis (SMC-B)

Für Zugriffe auf die elektronische Gesundheitskarte (eGK) ist neben dem Einverständnis des Patienten ein elektronischer Schlüssel eines berechtigten Leistungserbringers (Arzt, Psychotherapeut, Zahnarzt oder Apotheker) erforderlich.

Jeder Leistungserbringerwird zukünftig über zwei unterschiedliche elektronische Schlüssel verfügen:

  1. Den elektronischen Heilberufsausweis (HBA), der einen Leistungserbringer als Arzt, Psychotherapeut, Zahnarzt oder Apotheker als berechtigte Person identifiziert, mit dem Gesundheitsdaten von der eGK gelesen bzw. auf die eGK geschrieben werden können.
  2. Einen Institutionsausweis (SMC-B) die eine berechtigte Institution (Arztpraxis, Apotheke oder Bereiche eines Krankenhauses) gegenüber der Telematikinfrastruktur (TI) autorisiert, um administrative Daten (Versichertenstammdaten) der eGK lesen und aktualisieren zu können.

Für Zugriffe auf das Gesundheitsnetzwerk (Telematikinfrastruktur) wird immer eine SMC-B in Kombination mit einem Konnektor und einem eHealth-Kartenterminal benötigt. Hierüber wird die Institution identifiziert und authentifiziert, sowie die Kommunikation der zu übertragenden Daten verschlüsselt.

Telematikinfrastruktur

Der Begriff “Telematik” ist eine Kombination der Wörter “Telekommunikation” und “Informatik”. Es handelt sich hierbei um die Vernetzung verschiedener IT-Systeme und daraus resultierend um die Möglichkeit, Informationen aus unterschiedlichen Quellen miteinander zu verknüpfen.

Die Telematikinfrastruktur im Gesundheitswesen verbindet die IT-Systeme aus Arztpraxen, Apotheken, Krankenhäusern und Krankenkassen miteinander und ermöglicht so einen systemübergreifenden Austausch von Informationen. Sie ist ein geschlossenes Netzwerk aus vertrauenswürdigen Teilnehmern – Ärzten, Zahnärzten, Psychotherapeuten, Krankenhäusern und Apotheken – zu dem man nur mit einem Institutionsausweis (SMC-B) authorisierten Zutritt erhält. Die Telematikinfrastruktur ist so konzipiert, dass sie bestehende sektorenübergreifende Informationsgrenzen im Gesundheitswesen überwindet.

Die ärztliche Schweigepflicht und das Recht auf informationelle Selbstbestimmung bleiben jederzeit gewahrt.

Telematikinfrastruktur
Quelle: gematik

Datenschutz und Informationssicherheit

Die Broschüre der gematik informiert darüber, wie Gesundheitsdaten in der Telematikinfrastruktur geschützt werden.
Über die nachfolgende Schaltfläche können Sie das Whitepaper der gematik herunterladen:

Informationsbroschüren für Patienten und Ärzte

Die beiden Informationsbroschüren der gematik informieren kurz und knapp über die eGk.
Über die nachfolgenden Schaltflächen können Sie die Broschüren Sicher vernetzt für Ihre Gesundheit für Patienten und Digitale Vernetzung des deutschen Gesundheitswesens für Ärzte der gematik herunterladen:

Informationen für Patienten

Quelle: gematik

Informationen für Ärzte

Quelle: gematik

Weitere Anwendungen in Vorbereitung

Neben der Bereistellung der Basis-Telematikinfrastruktur und der qualifizierten elektronischen Signatur (QES) wurden von den Spitzenverbänden der Leistungserbringer und Kostenträger zunächst fünf Anwendungen beschlossen, die sich zurzeit in der Vorbereitungsphase befinden. Die Einführung erfolgt dabei in 2 Stufen:

Online-Rollout (Stufe 1)

Mit dieser Anwendung kann eine elektronische Gesundheitskarte im Zusammenspiel mit dem jeweiligen kassenseitig bereitgestellten Versichertenstammdatendienst der Krankenkasse des Versicherten automatisch online auf Gültigkeit geprüft, ggf. aktualisiert oder auch gesperrt werden. Ohne Mitwirkung des Praxispersonals. Ein Austausch der Karte – zum Beispiel bei Adress- oder Statusänderungen – ist dann nicht mehr notwendig.
  • Erstellen qualifiziert signierter Dokumente durch Leistungserbringer
  • Prüfung qualifiziert signierter Dokumente durch Leistungserbringer
Unterstützung bestehender Anwendungen und Netze der Leistungserbringer an den Beispielen Zugriff auf Dienste im Internet über abgesicherte Internetverbindungen (zum Beispiel KZV-Portal-Zugriff für Zahnärzte und weitere Portale der Leistungserbringerorganisationen) und Bereitstellung eines Sicherheitsgateways zur Anbindung des Sicheren Netzes der KVen.

Online-Rollout (Stufe 2)

Einführung einer sicheren Kommunikation zwischen Ärzten. Heute wird vorwiegend der Postweg genutzt. Das führt zum einen dazu, dass einem mitbehandelnden Arzt wichtige Informationen nicht immer zeitnah zur Verfügung stehen. Zum anderen muss ein Arztbrief später in der Praxis digitalisiert werden, damit die Daten in der Praxis-Software zur Verfügung stehen. Durch die Einführung der sicheren Kommunikation können Befunde auf elektronischem Wege rechtsverbindlich im Zusamenhang mit der QES, sicher und kompatibel zwischen Ärzten verschickt werden.
Die Öffnung der Telematikinfrastruktur für Gesundheitsdatendienste hat das Ziel, die Qualität der medizinischen Versorgung zu verbessern. Die hierzu als erste Anwendung vorgesehene elektronische Fallakte ermöglicht eine einrichtungsübergreifende Behandlungsdokumentation zu einem Patienten, wenn mehrere Einrichtungen oder Ärztinnen und Ärzte gemeinsam fallbezogen in die Behandlung eines Patienten eingebunden sind.
Auf freiwilliger Basis können alle Medikationsdaten, Arzneimittelverordnungsdaten und Therapievorschlagsdaten sowie nichtverschreibungspflichtige Arzneimittel für einen Patienten dokumentiert werden. Der behandelnde Arzt bzw. der Apotheker erhalten so einen Überblick über die Arzneimittel, die der Patient einnimmt. Das Risiko, dass Medikamente verschrieben oder verkauft werden, die Wechselwirkungen zu anderen eingenommenen Arzneimitteln haben, wird so verringert.
Immer noch sterben in Deutschland zu viele Menschen durch unerwünschte Wechselwirkungen von Arzneimitteln. Deshalb wird ab Oktober 2016 ein Anspruch auf einen Medikationsplan für Menschen, die 3 oder mehr Arzneimittel anwenden, eingeführt. Mit dem Medikationsplan, der dem Patienten ausgehändigt wird, sieht der behandelnde Arzt, welche Medikamente der Patient aktuell einnimmt. So können gefährliche Wechselwirkungen vermieden werden. Vom Medikationsplan profitieren vor allem ältere und chronisch kranke Menschen. Erstellt wird der Medikationsplan vom Arzt, der den Versicherten über seinen Anspruch aufklären muss. Apotheker sind von Anfang an einbezogen und bei Änderungen der Medikation auf Wunsch des Versicherten zur Aktualisierung verpflichtet. Ab 2018 soll der Medikationsplan auch elektronisch von der Gesundheitskarte abrufbar sein. Auf Wunsch des Versicherten kann beim elektronischen Medikationsplan der PIN-Schutz deaktiviert werden.

Auf freiwilliger Basis können Versicherte notfallrelevante Informationen speichern lassen z. B. über bestehende Medikationen, Allergien, Arzneimittelunverträglichkeiten, aber auch Informationen zu Schwangerschaft, Implantaten usw. Die Anschrift des behandelnden Arztes kann ebenso gespeichert werden wie die Kontaktdaten der im Notfall zu verständigenden Angehörigen. Im Notfall können diese Informationen von Ärzten bzw. Rettungsassistenten auch ohne Mitwirkung der Patienten gelesen werden. Es ist darüber hinaus vorgesehen – auf Wunsch der Patienten – auch einen Hinweis auf das Vorhandensein einer Patientenverfügung und / oder einer Organspendeerklärung aufzunehmen.

Zur Einführung der Fachanwendung Notfalldaten-Management (NFDM) der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) startet die gematik ab Juni 2016 das Forschungsprojekt NFDM-Sprint.

In einem Zeitraum von sechs Monaten werden Ärzte aus der Region Münster und Umgebung für rund 4000 Patienten Notfalldatensätze anlegen. An dem Test nehmen 32 Hausärzte und Internisten zusammen mit Kollegen am Universitätsklinikum Münster teil.

Aktuelle und ausführliche Informationen erhalten Sie unter nfdm.gematik.de

Einführung einer sicheren Kommunikation zwischen Ärzten. Heute wird vorwiegend der Postweg genutzt. Das führt zum einen dazu, dass einem mitbehandelnden Arzt wichtige Informationen nicht immer zeitnah zur Verfügung stehen. Zum anderen muss ein Arztbrief später in der Praxis digitalisiert werden, damit die Daten in der Praxis-Software zur Verfügung stehen. Durch die Einführung der sicheren Kommunikation können Befunde auf elektronischem Wege rechtsverbindlich im Zusamenhang mit der QES, sicher und kompatibel zwischen Ärzten verschickt werden.
Patienten erhalten ab 2018 einen Anspruch darauf, dass ihre auf der Gesundheitskarte gespeicherten Daten in ein Patientenfach aufgenommen werden. In dieses Patientenfach können auch eigene Daten wie z. B. ein Tagebuch über Blutzuckermessungen abgelegt werden. In diesem Patientenfach können Patienten ihre Daten künftig auch außerhalb der Arztpraxis eigenständig einsehen. Damit sind die Patienten über Diagnose und Therapie viel genauer und umfassender informiert und können besser als bisher über ihre Gesundheit mitentscheiden. Dies ist die beste Voraussetzung für eine erfolgreiche Therapie.

Komponenten

im Basis-Rollout und bei weiteren Einführungsschritten

Basis-Rollout

Quelle: gematik

Ausblick

Quelle: gematik

Konnektor

Die steuernde Komponente in Praxen, Apotheken und Krankenhäusern wird zukünftig der Konnektor, der mit eHealth-Kartenterminals und dem IT-System des Leistungserbringers (Arzt, Psychotherapeut, Zahnarzt oder Apotheker) verbunden wird. Er stellt die für die Fachanwendungen notwendige Funktionalitäten (wie bspw. Verschlüsselung) zur Verfügung und bietet Sicherheitsfunktionen an. Diese Funktionen können Leistungserbringer über ihre IT-Systeme nutzen. So können sie vom Konnektor Dokumente verschlüsseln lassen oder mittels HBA über den Konnektor Daten qualifiziert elektronisch signieren. Auch die gegenseitige Authentisierung zwischen eGK und SMC-B bzw. HBA wird vom Konnektor gesteuert.

Der Konnektor bildet zudem auf dezentraler Seite den Zugang zur zentralen Telematikinfrastruktur (TI). Er baut eine auf Netzebene gesicherte Verbindung (IPsec) zur zentralen TI-Plattform über das Transportnetz (Internet) auf. Sensible Daten, die über diese Verbindung transportiert werden, sind zusätzlich auf Transportebene geschützt (TLS).

In seiner Funktion als Firewall auf Netz- und Anwendungsebene schützt der Konnektor sowohl die IT-Systeme der Leistungserbringer als auch die zentrale TI-Plattform. Auf Letzteres ist der Zugriff aus Endnutzersicht überhaupt nur mit einem Konnektor möglich. Die IT-Systeme werden vor Angriffen aus dem Internet, aber auch vor unberechtigten Zugriffen aus der zentralen TI-Plattform geschützt. Der Anschluss an die TI bedeutet in keiner Weise einen Zugriff von zentralen Diensten der TI-Plattform auf das IT-System des Leistungserbringers.

Ohne die explizite Interaktion des Leistungserbringers werden von seinem IT-System keine Informationen über ihn oder seine Patienten auf die eGK geschrieben oder an Dienste der TI übertragen.

Für die Anwendung Versichertenstammdatendienst (VSDM) ist das auch nicht notwendig. Erst für zukünftige Anwendungen, etwa zur Pflege von Notfalldaten auf der eGK, werden medizinische Daten vom IT-System des Leistungserbringers an den Konnektor und von dort aus auf die eGK übertragen – vorausgesetzt, der Leistungserbringer löst dies aus.

Die Kommunikation zwischen dem IT-System und dem Konnektor sowie die Kommunikation zwischen Konnektor und zentraler TI-Plattform werden stets vom Leistungserbringer initiiert.

Kartenterminal

Die Kartenterminals sind die Bindeglieder zwischen der eGK, den Karten des eGKund dem Konnektor. Sie stellen eine transportgeschützte (TLS)-Verbindung zum Konnektor her, sodass die Daten, die von der eGK gelesen bzw. geschrieben werden, unbefugten Personen nicht zur Kenntnis gelangen oder von diesen unbemerkt manipuliert werden können.

Die Kartenterminals für die TI werden als eHealth-Kartenterminals bezeichnet und besitzen ein PIN-Pad, ein Display und mindestens zwei Kartenschlitze, in die jeweils eine eGK und ein HBA bzw. eine SMC-B gesteckt werden können. Zusätzlich gibt es einen Kartenschlitz für die gSMC-KT. Da diese Karte nicht direkt in dem Gerät verbaut ist, wird sie mit einem fälschungssicheren Siegel überklebt, wodurch eine Manipulation am Gerät sofort erkennbar ist. Aufgrund der Verwendung moderner Transportverschlüsselung können keine Daten, die zwischen Karten im Kartenterminal und dem Konnektor ausgetauscht wurden, nachträglich entschlüsselt werden.

mobiles Kartenterminal

Das eHealth-Kartenterminal wird stationär aufgestellt – z. B. in einer Arztpraxis oder in einem Krankenhaus. Damit Leistungserbringer auch bei Hausbesuchen oder in anderen Situationen außerhalb der Arztpraxis eine eGK zugreifen können, gibt es ein mobiles Kartenterminal. Dieses können zum Patienten mitgenommen werden, um dort dessen eGK auszulesen. Eine Aktualisierung der Versichertenstammdaten ist mit einem mobilen Kartenterminal nicht möglich und/oder erforderlich.

Zulassungsschema der gematik

Quelle: gematik

Übersicht der erteilten Zulassungen und Bestätigungen

Die Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte mbH (gematik) steuert gemäß dem gesetzlichen Auftrag Einführung, Pflege und Weiterentwicklung der eGK.

Auf Ihrer Webseite stellt die gematik zuküntig eine Übersicht der zugelassenen TI-Komponenten (Konnektoren, Kartenterminals, mobile Kartenterminals) bereit.

Aktuell sind noch keine Konnektoren und Kartenterminals für den Online-Produktivbetrieb zugelassen!

Die erste Zulassung erfolgt vorraussichtlch im Herbst 2017.

Mitwirkende

Durch die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) und des elektronischen Heilberufsausweises eröffnen sich für alle Beteiligten im Gesundheitswesen neue Chancen. Die neue eGK wird ein Höchstmaß an Datenschutz bieten. Den Beteiligten bieten sich verschiedene Vorteile:

Versicherte

Durch eine Verbesserung der Datenlage wird durch die eGK eine erheblich höhere Arzneimitteltherapiesicherheit erreicht. Es entsteht eine Verbesserung der Versorgungsqualität, da wichtige Daten wie der Gesundheitsstatus, z. B. Impfstatus, Allergien, chronische Krankheiten oder Vorsorgeuntersuchungen, jederzeit dem Arzt zugänglich gemacht werden können.

Ärzte und Apotheker

Durch die eGK erhalten Leistungserbringer aktuelle Informationen zu der Krankengeschichte des Versicherten, Notfalldaten oder dem Zuzahlungsstatus. Die Daten liegen dem Heilberufler direkt vor und die Kommunikation untereineander wird erheblich erleichtert.

Neben der Bereitstellung der Basis-Telematikinfrastruktur und der qualifizierten elektronischen Signatur wurden von den Spitzenverbänden der Leistungserbringer und Kostenträger zunächst fünf Anwendungen beschlossen, die sich zurzeit in der Vorbereitungsphase befinden.

Kostenträger

Durch das Foto und den aktuellen Versichertenstatus wird die Missbrauchmöglichkeit der eGK verringert. Durch weniger Aufwand, wie bei der Europäischen Krankenverischerungskarte oder durch das Online-Prüfen und -Aktualisieren der Versichertenstammdaten, werden Verwaltungskosten eingespart.